Szenen der Aufführung
Szene 9: Platz in Altdorf (Apfelschuss) Auf der Stange mitten in Altdorf hängt Gesslers Hut, vor dem sich die Urner wie vor dem Landvogt selbst beugen sollen. Tell geht mit seinem Knaben achtlos vorbei, wird aber von den Wächtern angehalten. Die Bewohner laufen zusammen und möchten Tell aus seiner misslichen Lage befreien. Da kommt Gessler mit grossem Gefolge heran. Tell wird verhört: «Verachtest du so deinen Kaiser, Tell, und mich, der hier an seiner Statt gebietet, dass du die Ehr versagst dem Hut, den ich zur Prüfung des Gehorsams aufgehangen?» Tell entschuldigt sich: «Verzeiht mir, lieber Herr! Aus Unbedacht, nicht aus Verachtung Eurer ist's geschehn. Ich bitt' um Gnad', es soll nicht mehr begegnen.» Doch dies reicht Gessler nicht; erzürnt fordert er von Tell, seine Kunst als Schütze unter Beweis zu stellen. Zu seiner Befreiung soll er einen Apfel vom Haupte seines Sohnes schiessen. Der Schuss gelingt und Tell bekennt Gessler, dass er mit dem zweiten Pfeil ihn erschoss, wenn er seinen Sohn getroffen hätte. Aufgrund dieses Geständnisses wird er entgegen der Abmachung gefangen genommen und soll über den See zur Burg Gesslers abgeführt werden. |
